Fast jeder, der ein Musikvideo drehen will, macht denselben ersten Schritt. Instagram auf, Reel anschauen, sieht gut aus, anschreiben. Und ein Teil davon geht schief, weil ein Reel die zwölf besten Sekunden aus zwei Jahren Arbeit zeigt und sonst nichts.
Ein Reel beweist, dass jemand mal ein gutes Bild gemacht hat. Es beweist nicht, dass er dein Video zu Ende bringt. Das Entscheidende passiert vor und nach dem Dreh, und genau davon siehst du im Reel null.
Hier sind die sieben Punkte, die ich selbst abfragen würde.
1. Gibt es ein komplettes Video zu sehen?
Frag nach zwei oder drei fertigen Videos in voller Länge, am besten aus deinem Genre. Ein ganzes Video zeigt dir, ob jemand Spannung über drei Minuten halten kann oder nur schöne Einzelbilder produziert. Genau da trennt sich das meiste.
2. Fragt er nach dem Song, bevor er über Bilder redet?
Das ist für mich der schnellste Test. Wer sofort mit Locations und Kameras anfängt, ohne den Track gehört zu haben, verkauft dir einen Look von der Stange. Der Song entscheidet über das Bild, nicht umgekehrt.
3. Bekommst du vor dem Dreh etwas Schriftliches?
Konzept, Ablauf, Zeitplan, wer wann wo ist. Muss kein 20-Seiten-Treatment sein. Aber wenn zwei Tage vor dem Dreh niemand sagen kann, wann Drehschluss ist, wird es am Set improvisiert. Improvisation kostet dich Takes und am Ende Qualität.
4. Wer steht tatsächlich am Set?
Frag konkret nach. Einer allein, der gleichzeitig Kamera, Licht und Regie macht, kann funktionieren, hat aber Grenzen. Bei größeren Setups arbeite ich mit einem festen Netzwerk aus über 25 Leuten, weil ich mich am Set auf die Regie konzentrieren will und nicht auf drei Jobs gleichzeitig.
5. Was genau bekommst du am Ende?
Nur die 16:9-Datei? Oder auch vertikale Schnitte für Reels und TikTok, Snippets, ein Canvas für Spotify? Kläre das vorher schriftlich. Ich hab zu oft gehört, dass jemand nach dem Dreh gemerkt hat, dass ihm alles fehlt, was er für die Promo braucht.
6. Wie sind Korrekturschleifen geregelt?
Wie viele Runden Feedback sind drin, und was zählt als Änderung? Ein anderer Look ist etwas anderes als ein Schnitt zwei Frames früher. Wenn niemand sagt, wo die Grenze liegt, endet es entweder in Frust oder in einer Nachforderung.
7. Was passiert, wenn etwas schiefgeht?
Regen am Drehtag, Location abgesagt, Artist krank. Frag einfach, was dann passiert. Die Antwort verrät dir mehr über Erfahrung als jedes Showreel. Wer schon 250 Projekte gemacht hat, hat auf diese Frage eine sofortige Antwort, weil er all das schon hatte.
Was du daraus mitnimmst
Du suchst keinen Kameramann. Du suchst jemanden, der ein Projekt von der ersten Nachricht bis zur Masterdatei trägt. Der Unterschied kostet dich sonst genau ein Release.
Wenn du wissen willst, woran professionelle Ergebnisse wirklich hängen, lies woher Professionalität kommt. Und wenn dein Budget begrenzt ist, zeigt dir dieser Beitrag, worauf du dann zuerst achtest.
Stell mir diese sieben Fragen ruhig direkt. Schreib mir, ich antworte auf jede davon.

